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Samstag, 28 März 2015 19:25

Vollzeitjob Autorin?

geschrieben von

Ich habe durch Recherche-Fragen zu "Jolene" einen sehr netten Kontakt in die USA aufgebaut. Während einer dieser Chats stellte sich die Frage, ob ich Vollzeitautorin sei.

Nein, bin ich nicht!
Ich weiß nach nun zweieinhalb Jahren selfpublisher-Arbeit, dass es nicht wenige geschafft haben, davon zu leben und einige davon sogar sehr gut. Sie haben neben einem Schreibstil, der vielen gefällt, auch den Nerv der Zeit getroffen und vermutlich alles richtig gemacht.
So weit bin ich noch nicht.
Natürlich arbeite ich an mir und meinem Stil, hinterfrage meine Textinhalte und die Vorlieben der Leser, ohne mich all zu sehr zu verbiegen. Denn eines ist für mich sicher:
Ich bin keine, die nach einer Nische sucht (ja, es gibt tatsächlich Autoren, die eine solche Nische suchen und diese bedienen, weil dort vielleicht der Verdienst besser ist), und ich bin kein Fachbuchautor.

Wer bin ich und wo befinde ich mich auf meinem Weg?
Nun, ich will schreiben! Es macht mir eine Riesenfreude und entspannt mich.

Da sind zum Einen diese Blogs, in denen ich meine Gedanken nicht nur rund um Bücher verarbeite. Ich liebe es, diese Gedanken auszubreiten, zu teilen und auch für mich selbst weiterzuführen.
Aber vorallem sind es die Geschichten, die mich beschäftigen, und die ich so schreibe, wie ich sie auch gerne lese - mit Charakteren, die mich interessieren und Orten, an denen ich entweder bereits war oder sein möchte.
Diese Authentizität ist mir sehr wichtig und ich bemühe mich meine Erfahrungen meinen Lesern möglichst realistisch näher zu bringen, hoffentlich ohne ihnen ihre eigenen Träume und Vorstellungen zu verbiegen.

Natürlich habe auch ich Blut geleckt, was das feedback und den Verdienst angeht: Ich habe meine Erfolge, Kontakte mit Fans, die Möglichkeit mich, meine Stories und meine Gedanken in die Öffentlichkeit zu bringen und das alles will ich nicht mehr missen. Es wäre nicht ehrlich, dies nicht zuzugeben, und je persönlicher diese Kontakte werden, desto mehr freut es mich.

Nun zu meinem Eingangsgedanken - Vollzeitjob Autorin:
Ich glaube, für diese hauptsächlich virtuelle Welt, in der sich die Autoren, vorallem die selfpublisher, heute zum größten Teil bewegen, muss man sehr nervenstark sein und ich habe einen Heidenrespekt vor denen, die ihr Leben so managen - zwischen Schreiben, Reisen, Recherche, Lesungen, Interviews und Messen.
Aufgrund der größeren und schnelleren Verbreitungsmöglichkeiten bekommt man viel Lob, muss aber auch Kritik wegstecken. Natürlich mussten dies Autoren auch früher schon und jeder andere, der im Interesse des öffentlichen Lebens stand, aber es ist bekannt, dass die Kritiken härter und unverblümter sind - heute, in den Zeiten der WWW-Anonymität.

In den Phasen, in denen ich mehrere Tage hintereinander intensiv mit social media beschäftigt bin, fällt mir immer wieder auf, wie oft Menschen in diesen Chats verletzt werden, aber auch austeilen. Oft wirkt es auf mich, als würden sich die Relationen von Lebenswichtigem zu Unwichtigem verschieben und nicht mehr wahrgenommen werden.
Und eines weiß ich: Dies ist mir zu viel!
Ich bin jemand, der die Erdung braucht, die Menschen, das Leben und Chaos um mich herum. Dann freue ich mich wieder auf die Ruhe meines Arbeitszimmers oder des Balkons (Arbeitszimmer Nummer 2), wo ich mich in andere Welten zurückziehen kann.
Noch kann ich es mir nicht vorstellen, eine Vollzeit-Autorin zu sein - eine Verschiebung der Gewichtung meines beruflichen Wirkens in einigen Jahren dagegen schon.
In der Zwischenzeit genieße ich die Abwechslung und die Vorteile, die mir meine beiden Jobs bieten: das Leben und Arbeiten in zwei komplett unterschiedlichen Welten, die ich - trotz der oft höheren Belastung - auch durch die doppelte Absicherung mit mehr augenzwinkernder Leichtigkeit bewältigen kann.

Katie

 

Likes, Kommentare und Weiterempfehlungen über social media oder direkt auf der Seite sind mir sehr lieb und ich bemühe mich stets um baldiges feedback zu euren Fragen.

Letzte Änderung am Freitag, 13 April 2018 15:51