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Montag, 16 März 2015 19:06

Nachdenkliches zu Leben und Tod

geschrieben von

Ein trauriges aktuelles Ereignis und die Reaktionen darauf in meinem unmittelbaren Umkreis lassen mich heute sehr nachdenklich werden.

Es war heute aus gesundheitlichen Gründen kein besonders toller Tag für mich, aber er verschwindet aufgrund der erschlagenden Neuigkeiten sofort in der Versenkung der Unwichtigkeit, denn meine jugendliche Tochter kommt nach Hause und berichtet vom Tod einer Lehrerin.

Sie erzählt mit großem Respekt in der Stimme, wie die Nachricht vom Schulleiter mit einfühlsamen Worten der Schulgemeinschaft überbracht wurde und sich das Krisenteam der Situation annahm. Die Reaktionen derer, die unter einem Schock leiden sind schwer zu ertragen: Weinende Kinder und erschütterte Kollegen, die die Schüler bisher einfach als starke Persönlichkeiten „abgestempelt“ hatten.
Die Gedanken schweifen zurück und man erkennt erschrocken, wie wenige wichtige Erinnerungen von diesem entschwundenen Menschen präsent sind und, dass diese von absolut unwichtigen überlagert werden.

Was bleibt bei uns über einen Menschen hängen?
Im frühen Alter sind es sicher mehr Nichtigkeiten als später, aber vielleicht auch manchmal durchaus Essenzielles: Wie geht der Mensch da vor mir mit mir um? Ist er nett, hilfsbereit und verständnisvoll?
Irgendwann lernen die meisten von uns es zu erkennen und zu danken, wenn man ihnen positiv gegenüber auftritt. An anderen geht es jedoch leider ihr Leben lang vorüber – man nennt sie auch gerne Egoisten.

Jeder von uns selektiert die Person, die vor uns steht, auf irgendeine Weise:
Die einen nehmen vorrangig die Kleidung und das Aussehen wahr. Ich gehöre (Schande über mich als beobachtende Autorin) zu denen, die nur deren Anliegen wahrnehmen, dieses und meist den Namen auf lange Zeit speichern, aber vollkommen übersehen, dass diejenige schwanger war oder eine total verdreckte Jeans trug. Das gibt oft Lacher mit den Kolleginnen, wenn wir austauschen, was jede von uns an dem Besucher festgestellt hat.

Ich bin einer der Menschen, der zwar nicht gleich nahe aufrückt und mit jedem eng befreundet sein muss, aber ich bin ein Positiv-Wahrnehmender. Das hat viele angenehme Folgen für mich und hoffentlich auch für meine Umwelt, denn ich rege mich selten schnell auf und versuche Probleme zu lösen, ohne mich über den Verursacher zu beschweren.
Das einzig Negative, das ich an meiner Einstellung entdecken kann, dass ich eben gelegentlich mal auf die Nase falle.

Ich versuche es einfach so:
Sehe ich pedantische Choleriker als verwirrte ältere Leute an, habe ich die nötige Entschuldigung, mich nicht über diese aufzuregen.
Finde ich Entschuldigungen wie Arbeitsüberlastung, jugendliches Alter oder gesundheitliche Probleme, stört mich die Unordnung anderer nicht, denn sie geht mich nichts an.

Das Resümee an diesem Abend:
Wir alle sollten unbedingt positiver auf unser Umfeld zugehen, unwichtige Werte wie Klamotten und Aussehen nach hinten schieben und das Wertige am Charakter eines Menschen, auch wenn wir ihn nicht näher kennenlernen schon herausfiltern, wenn wir jemandem gegenübertreten.
Das Positive sehen, hören und empfinden, bevor es von Negativem (kratzige Stimme, unmoderne Kleidung, Mundgeruch) überlagert wird. Dann und nur dann speichern wir den Menschen mit seinen guten Eigenschaften ab und treten ihm das nächste Mal ganz anders entgegen.

Die Welt kritisch zu sehen ist wichtig, aber nicht unbedingt das Beste, was wir für uns und andere tun können.

Katie

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Letzte Änderung am Freitag, 13 April 2018 15:51